Besitz auf fremdem Land

Im Sprachgebrauch wird sie Datscha genannt. Gemeint ist, ein Haus zu besitzen auf einem Grundstück, das jemand anderem gehört. Diese Konstruktion findet sich häufig in den 5 neuen Bundesländern. Hier wurden insbesondere sogenannte „Westgrundstücke“ vom Staat verpachtet mit der Erlaubnis, sich dort ein Ferienhaus zu errichten.

Dadurch wurde einerseits das Bedürfnis nach Erholung im eigenen Heim befriedigt, andererseits wurde dem Verfall der Grundstücke entgegengewirkt. Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik ergaben sich daraus natürlich diverse Probleme. Im Wesentlichen wurden diese im Schuldrechtsanpassungsgesetz geregelt. Kurz gefasst besagt dieses, dass die Nutzer solcher Grundstücke bis zum Jahr 2015 Kündigungsschutz genießen.

Das Jahr 2015 steht unmittelbar bevor. Dementsprechend haben viele Datschenbesitzer Angst um ihr Eigentum. Denn nach Ablauf der Schutzfrist kann der Grundstückseigentümer den Datschenbesitzer kündigen. Eine solche Kündigung an sich ist schon schlimm. Genauso schlimm werden jedoch die Prozesse sein, die bezüglich eventueller Entschädigungen für die Datsche auf fremdem Grund zu erwarten sind.

Es gibt Lösungen

Neben der Kündigung des Datschenbesitzers durch den Eigentümer gibt es noch weitere Optionen. Diese stehen jedoch nur dem Eigentümer zur Verfügung. Eine davon ist, dass der Eigentümer an den Datschenbesitzer das Grundstück vermietet. Wohlgemerkt vermietet, nicht verpachtet. Obwohl Pacht natürlich auch möglich ist, für den Eigentümer hätte ein Pachtvertrag aber nachteilige Auswirkungen. Ein Mietvertrag für ein Grundstück ist ziemlich ungewöhnlich im bundesdeutschen Recht.

Denn vermietet wird nur das Land an sich, nicht die Bebauung und auch nicht der Aufwuchs. Denn diese befinden sich entsprechend obiger Situation im Eigentum des Datschenbesitzers und zukünftigen Mieters. Ein Mietvertrag über den Grund und Boden kann für beide Partner eine WIN WIN Situation sein. Das Wichtigste ist, dass der Datschenbesitzer, nun als Grundstücksmieter, sein Eigentum behalten und weiter nutzen kann.

Für den Grundstückseigentümer ist der Vorteil, dass er einen verlässlichen, langjährig erprobten Mieter hat, der solvent ist. Die Solvenz resultiert aus dem Wert des Eigentums des Mieters auf dem Grundstück. Der Eigentümer braucht sich also keine Sorgen über eventuelle Mietausfälle machen.

Ein Mietvertrag gibt Rechtssicherheit

In diesem Vertrag werden auch Kündigungsmöglichkeiten vereinbart. Des weiteren werden über eine Betriebskostenabrechnung die laufenden Kosten des Grundstücks auf den Mieter übertragen, sodass der Eigentümer von diesen befreit ist.